Erschienen bei AH am 30.7.2012
USA benützen NATO zum Aufbau der militärischen Präsenz im Schwarzen Meer
Rick Rozoff, Global Research
27. Juli 2012
Übersetzung Remo Santini
Mit einem permanenten Zugang zu acht Luftwaffen- und anderen militärischen Basen sowie Trainingseinrichtungen in Bulgarien und Rumänien, welche sie in den letzten sieben Jahren erworben haben, und hochentwickelten Abfangraketen, die in Rumänien bis in drei Jahren stationiert sein sollen, etabliert sich das Pentagon eine solide Stütze in der Schwarzmeerregion, um von der aus mit den laufenden militärischen Operationen weiterzumachen und neue in Südasien, dem Nahen Osten, in Afrika, im Balkan und im Kaukasus in Gang zu bringen.
Die turnusmäßigen Truppen Schwarzes Meer des US-Marinecorps und der US-Taskforce Ost sind auf regulärer Basis der Region zugeteilt, und amerikanische Kriegsschiffe sind häufige Besucher auf dem Schwarzen Meer, und dies trotz der „Konvention von Montreux von 1936“, die die Durchfahrt von Kriegsschiffen von Nichtanrainerstaaten durch die Dardanellen- und die Bosporus-Straße ins Schwarze Meer limitiert.
Letztes Jahr nahm das Flaggschiff des US-NATO-Abfangraketensystems, der Lenkflugkörperkreuzer Monterey, an der von den USA geleiteten Marineübung Sea Breeze im Schwarzen Meer teil – eine NATO-Partnerschaft für eine Friedensinitiative – koordiniert von Odessa, Ukraine, aus, nur 300 Kilometer vom Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol entfernt.
Die Sea Breeze dieses Jahres, vom 9. bis 21. Juli, war die größte auf dem Schwarzen Meer abgehaltene Marineübung des Jahres, an der Mannschaften aus 17 Ländern – NATO-Mitglieder und Partner (nicht immer öffentlich anerkannt) – beteiligt waren: USA, Ukraine, Belgien, Kanada, Deutschland, Norwegen, Portugal, Türkei, Algerien, Aserbaidschan, Bangladesch, Georgien, Israel, Moldawien, Katar, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate. Algerien, Bangladesch, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligten sich zum ersten Mal. Die letzten beiden Staaten, Mitglieder des Golf Kooperationsrates und der Militärpartnerschaft Istanbul Cooperation Initiative der NATO, versorgten die NATO mit Kriegsplänen für den sechsmonatigen Luftkrieg gegen Libyen letztes Jahr. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben auch unter der NATO dienende Soldaten in Afghanistan.
Überschneidend mit den obgenannten Manövern wurde eine weitere Friedensübung der NATO-Partnerschaft, Rapid Trident 2012, des US-Europäischen Kommandos am 16. Juli in der Westukraine gestartet, die bis zum 28. Juli dauern wird.
Es wird geschätzt, dass 1400 Mann aus sechzehn Ländern daran teilnehmen: USA, Ukraine, Österreich, Aserbaidschan, Dänemark, Bulgarien, Kanada, Deutschland, Mazedonien, Moldawien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien und Schweden.
Die Übung Dacian Thunder 2012 wird von den USA, England und Rumänien vom 10. bis 31. Juli in Rumänien durchgeführt. Angeführt durch das amerikanische 81. Jagdgeschwader und Marines trainieren die drei NATO-Alliierten, in den Worten der US-Air –Force-Webseite, „Luft-Luft, Luft-Boden, Such- und Rettungsdienst, Luftabwehr, Luftsicherung, Luftaufklärung, taktische Führung, Logistikunterstützung und Operationen verschiedener Dienste“ als Vorbereitung auf „zukünftige Eventualfälle“.
Früher in diesem Monat besuchte Generalleutnant Mark Phillip Hertling, Kommandeur US-Armee Europa, Georgien am anderen Ende des Schwarzen Meers, um sich mit dem neuen Verteidigungsminister des Landes, Dimitri Schaschkin, und wichtigen Militärkommandeuren zu treffen.
Diese Woche traf sich Konteradmiral Mark Montgomery, Vizedirektor für Pläne, Politik und Strategie des amerikanischen Europa-Kommandos mit Verteidigungsminister Schaschkin, um mit der Umsetzung des zwischen US-Präsident Barack Obama und dem georgischen Präsidenten Mikhail Saakaschwili getroffenen Abkommens dieses Jahres zu beginnen, um die militärische Leistungsfähigkeit zu erweitern.
Diese Woche besuchte Saakaschwilis Gattin, die in den Niederlanden geborene Sandra Roelofs, das Walter-Reed-Armeemedizinzentrum in Washington, DC, um sich mit sechs georgischen Soldaten zu treffen, die hier wegen Verletzungen behandelt werden, die sie im NATO-Krieg in Afghanistan erlitten hatten.
Letzte Woche traf sich Saakaschwili mit dem türkischen Verteidigungsminister Ĭsmet Yılmaz in der georgischen Hauptstadt Tbilisi und verkündete:
„Sie wissen, dass 2014 als das Jahr der NATO-Expansion verkündet wurde und dass Georgien bereits eine reelle Chance für eine Vollmitgliedschaft bei der NATO hat, was für uns eine wichtige Langzeitgarantie für Sicherheit darstellt.“
Das georgische Staatsoberhaupt fuhr weiter:
„Die Türkei ist einer unserer Hauptunterstützer in unseren Bemühungen, der NATO beizutreten, und dafür sind wir sehr dankbar, denn es stellt eine historische Chance für Georgien, für die Region und für unsere guten nachbarlichen Beziehungen dar, dass Georgien innerhalb dieser internationalen Organisation beschützt ist.“
„In jüngerer Zeit wurde dies (Georgiens NATO-Mitgliedschaft) realistischer, als es je in der Geschichte gewesen ist.“
2005, in dem Jahr nachdem Rumänien Mitglied der NATO geworden war, erwarb das Pentagon mehrere Militäranlagen in dem Land, einschließlich der Luftwaffenbasis Mihail Kogalniceanu, die früher schon für die Invasion des Iraks von 2003 benutzt worden war. Im folgenden Jahr erlangte es Basen im benachbarten Bulgarien, einschließlich der Luftwaffenbasen Graf Ignatievo und Bezmer. Die hier erwähnten Basen sind die ersten amerikanischen Militärbasen auf dem Gebiet von früheren Mitgliedern des Warschaupakts.
Die turnusmäßige Truppe Schwarzes Meer des US-Marinecorps, die dieses Jahr sechs Monate im weiteren Bereich der Schwarzmeerregion verbringt, operiert öfters von der Luftwaffenbasis Mihail Kogalceanu aus, und dies trifft auch für die Taskforce Ost zu.
Das Operationsgebiet der turnusmäßigen Schwarzmeertruppe ist formell die Schwarzmeerregion, der Balkan und der Kaukasus, aber tatsächlich dehnt sie sich bis nach Moldawien und Griechenland hinein. Geostrategisch als eine vitale Zone definiert, ist dies die Grenzzone zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten, und es ist ein Bereich, der alle so genannten auf Eis gelegten Konflikte aus der Zeit des früheren Sowjetraums enthält: Abchasien, Nagorno-Karabach, Südossetien und Transdnjester.
Während der Zeit des Kalten Krieges war die Schwarzmeerregion für das Pentagon vollkommen unzugänglich, war Terra Prohibita. Die NATO-Expansion – durch die Aufnahme von neuen Mitgliedern und Partnern – hat dieses Meer dem Eindringen des US-Militärs geöffnet, das nun Präsenz markiert und es für lokale Operationen braucht – bewaffnete Interventionen – im Osten und im Süden.
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[Auszeichnungen beigefügt]