Erschienen bei AH am 30.1.2012
Iran dreht den US/EU-Embargo-Spieß um:
Indien, China und Russland erklären dem US-Dollar den Krieg – Video
Beforeitsnews.com
30. Januar 2012
Übersetzung Remo Santini
Iran ist der fünftgrößte Ölproduzent der Welt.
Durch etwas was voraussichtlich ein längst fälliger Schachzug ist, hat sich Iran schließlich entschieden, Europa hinsichtlich der Spielregeln eine harte Lektion zu geben. Anstatt die Politiker der Eurozone auf seine Kosten Pluspunkte holen zu lassen, indem sie ihn damit bedrohen, die Importe einzustellen, um die iranische Wirtschaft abzuwürgen, wird die iranische Regierung nun ein Gesetz vorschlagen, das einen unverzüglichen Stopp der Öllieferungen nach Europa verlangt. Das Vorgehen, über das die meisten Berichte die iranische Nachrichtenagentur Mehr zitieren, hat sich als Antwort auf den EU-Beschluss, Iran Sanktionen aufzuzwingen, ergeben, die zuvor in
Grafik: http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/01/SocGen%201.jpg
dieser Woche angekündigt wurden. Und warum nicht? Immerhin, falls Europa es wirklich ernst meint, werden früher oder später Irans Handelsbeziehungen in Mitleidenschaft gezogen werden, wobei er in der Zwischenzeit eine ernsthafte politische Unsicherheit erleben würde – was genau das ist, was die Knallfrösche auf dem Boden gerne hätten. Die eine Sache, die Europa jedoch vergisst, ist, dass alle diese kolossalen 0,8 Millionen Barrel/Tag ganz einfach einen neuen Käufer finden werden. Schnell.
Da nun aber China, Indien und Russland bereits bilaterale Abkommen mit Iran haben, sind wir zuversichtlich, dass besagte Käufer innert einer Stunde nach Verabschiedung des vorgeschlagenen Gesetzes einen unterschriebenen und versiegelten Vertrag ausgehändigt haben werden. Und kommt nun die Tatsache hinzu, wie SocGen spekulierte, dass Europa noch mehr Engpässe in seinem Rohölnachschub haben wird (viel Glück an Saudi-Arabien mit seinen eingebildeten überschüssigen Kapazitäten), was dann die IEA zwingen würde, etwas mehr von den strategischen Erdölreserven freizugeben (und was JPM etwas mehr Freigeld durch die Kursunterschiede beim Wiederauffüllen einbrächte), dann wird dies das Brent auf 125-150 Dollar steigen lassen – etwas, worüber Iran entzückt wäre. Dies natürlich nur, sofern nicht einige „Experten“ entdecken, dass Iran ein riesiges Arsenal an Haifischen habe – mit diesen verflixten an ihren Köpfen befestigten Atomsprengköpfen (ungeachtet dessen, was Panetta schon gesagt hat), was den USA grünes Licht für einen ausgewachsenen Einfall gäbe, der dann seinerseits den Ölpreis auf über 200 Dollar triebe – und die Weltwirtschaft in eine koordinierte erneute Depression.
Zitat aus dem „Spiegel“:
„Wird dieses Gesetz verabschiedet, so wird die Regierung gezwungen sein, den Verkauf von Öl an Europa einzustellen, und zwar vor der effektiven Inkraftsetzung ihrer Sanktionen“, sagte Berichten zufolge Emad Hosseini, Sprecher der Energiekommission des iranischen Parlaments. Das Gesetz soll am Sonntag Rechtskraft erlangen.
Die EU-Sanktionen lassen Öllieferungen aus dem Iran bis zum 1. Juli zu. Jedes Zuvorkommen dieser Zeitskala seitens Teherans würde für Länder wie Italien, Griechenland und Spanien Probleme bedeuten, denn sie wären gezwungen, rasch neue Lieferanten zu finden.
China, in der Zwischenzeit ein wichtiger Bezüger von iranischem Öl, hat die EU-Sanktionen ebenfalls kritisiert. Die Nachrichtenagentur Xinhua zitierte die Aussagen des chinesischen Außenministers wie folgt: „Einfach blind Druck auf Teheran auszuüben und Sanktionen auszusprechen sind keine konstruktiven Denkansätze.“
Viele EU-Mitglieder sind heute stark von iranischem Erdöl abhängig. Rund 500‘000 Barrels aus dem Iran treffen täglich in Europa ein, wobei die südlichen Länder das meiste davon konsumieren. Griechenland ist am meisten bedroht, bezieht es doch ein Drittel seiner Ölimporte aus dem Iran, aber Italien hängt ebenfalls mit 13 % seines Ölbedarfs vom Iran ab. Würde diese Quelle plötzlich austrocknen, so verschlechterten sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den eh schon sich abmühenden Ländern zusätzlich.
Schon am Mittwoch warnte der Internationale Währungsfond (IWF) vor den wirtschaftlichen Konsequenzen des von der EU geplanten Embargos. Das Einstellen der Lieferungen aus dem fünftgrößten Ölproduzenten der Welt könnte die Erdölpreise um 20 bis 30 Prozent in die Höhe treiben.
Vielleicht, anstatt sein Bestes zu geben, um die Energiemärkte der Welt kaputtzumachen und die Weltwirtschaft zu vernichten, sollte Europa dabeibleiben, sich selber aus der Klemme zu helfen oder bei sonstigen Aktivitäten, in denen es eine umfangreiche Erfahrung hat.
Indien gibt den US-Dollar auf, um iranisches Öl zu kaufen
Diese Video von 2‘04“ wurde durch RTAmerica am 24. Januar 2012 hochgeladen:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=6u7KnXyrKmQ
Kommentar des Uploaders:
Jedes Jahr gibt Indien 12 Milliarden USD aus, um Öl aus dem Iran zu kaufen, aber nun verwendet es dazu Gold anstelle des Dollars. Indien wird vielleicht nicht allein bleiben; China hat zu Verstehen gegeben, dass es mit Indien an Bord springen werde. New Delhi und Peking machen 40 Prozent der iranischen Ölexporte aus. Priya Sridhar gibt uns ihren Bericht.
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Quelle: members.beforeitsnews.com/story/1688/420/Iran_Turns_Embargo_Tables:_To_Pass_Law_Halting_All_Crude_Exports_....html
[AdÜ: Im Originalartikel hat es noch weitere Links.]