Erschienen bei AH am 7.1.2012
IWF und US-Afrikakommando (AFRICOM) tun sich zusammen, um den afrikanischen Kontinent zu plündern
Nile Bowie
Übersetzung Remo Santini
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Lagos ist mit der IWF-Hegemonie nicht einverstanden
Nigeria: Die nächste Front für AFRICOM
Während einer kürzlichen Reise durch Westafrika befahl die neu zur Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds bestellte Christine Lagarde den Regierungen von Nigeria, Guinea, Kamerun, Ghana, und Tschad, auf die lebenswichtigen Subventionen für Treibstoff zu verzichten. Zur großen Bestürzung der Bevölkerung dieser Länder verdreifachten sich die Preise für Treibstoffe und Transport ohne Ankündigung über Nacht, was in den Straßen von Nigerias Hauptstadt Abuja und seines ökonomischen Zentrums Lagos zu weitverbreiteter Gewalt führte. Ähnlich wie 1997, als der IWF während der asiatischen Finanzkrise jenes Jahres in Indonesien einen Aufruhr herbeiführte, kanalisiert sich die öffentliche Unzufriedenheit auf eine inkompetente und sich selbst bedienende einheimische Elite, die den Interessen von betrügerischen ausländischen Institutionen gefällig ist.
Obwohl Nigeria über die größten nachgewiesenen Ölreserven nach Libyen in Afrika verfügt, müssen seine Bewohner erwarten, für den Treibstoff einen Preis bezahlen zu müssen, der dem näher ist, was der durchschnittliche Amerikaner bezahlt –, eine exorbitante Summe verglichen mit seinen Nachbarn in der Region. Andere ölproduzierende Länder wie Venezuela, Kuwait und Saudi-Arabien bieten jedoch ihrer Bevölkerung den Treibstoff für einen geringen Preis an, so um die 12 Cents USD pro Gallone. Während Lagos die höchste Konzentration von Milliardären in Afrika aufweist, kämpft sich die große Mehrheit der Bevölkerung mit weniger als 2 USD täglich durchs Leben. Inmitten einer Arbeitslosigkeitsrate von 47% unter den Jungen und Tausenden von jährlichen Todesfällen infolge von vermeidbaren Krankheiten zieht der IWF einem Land den Boden unter den Füßen weg, in dem schon sauberes Trinkwasser für 80% der Bevölkerung ein Luxus ist.
Obwohl Nigeria 2,4 Millionen Barrel Rohöl pro Tag produziert, die für den Export bestimmt sind, kämpft das Land damit, genug Elektrizität zu produzieren und seine Infrastruktur instand zu halten. Ironisch genug – weniger als 6% der Kontoinhaber besitzen 88% aller Bankguthaben. Angestellte von Goldman Sachs bekleiden die Regierungsämter des Landes, zusätzlich zum früheren Vizepräsidenten der Weltbank Ngozi Okonjo-Iweala, der weithin von Vielen als der de facto Premierminister angesehen wird. Sogar nach Jahrzehnten der Produktion von einträglichen Ölexporten ist es Nigeria misslungen, seine eigenen Raffinerien im Schuss zu erhalten, wodurch es unlogischerweise zu Ölimporten aus dem Ausland gezwungen ist. Die Gesellschaft insgesamt hat von Nigerias Naturschätzen nicht profitiert, und so ist es keine Überraschung, wenn sich ein kritisches Niveau von Misstrauen gegenüber der Regierung aufgebaut hat, die behauptet, es sei notwendig, die Subventionen für Treibstoff aufzuheben, um Geld für die Verbesserung der Lebensqualität im Land umzuleiten. [Ron: Wie die FKN jüdischen Bankster auf dem ganzen Weg zur Bank darüber lachen müssen!]
Wie so viele andere Nationen auch hat das nigerianische Volk, nachdem es der Strukturellen Anpassungspolitik (SAP) des IWF unterworfen wurde, eine systematische Reduzierung des Lebensstandards erlitten. Bevor bei der Weltbank oder beim IWF ein Kredit aufgenommen werden kann, muss ein Land eine strikte Wirtschaftspolitik befolgen, welche eine Währungsabwertung, eine Erhöhung der Handelstarife, die Aufhebung von Subventionen und abträgliche Budgetkürzungen im entscheidenden öffentlichen Sektor der Gesundheit und der Erziehung beinhaltet.
Die SAP animiert die Kredit aufnehmenden Länder, sich auf die Produktion und den Export von einheimischen Gütern und Rohstoffen zu konzentrieren, was oft zu dramatischen Wertfluktuationen [Ron: und von den Khasaren absichtlich manipuliert] führen kann. Ohne den Schutz einer Preiskontrolle und eines echten Währungskurses dauern extreme Inflation und Armut fort – und das bis zum Punkt von Bürgerunruhen, wie es in vielen Ländern auf der Welt hat gesehen werden können (gewöhnlich in früheren kolonialen Protektoraten). Die Menschen von Nigeria sind unter denen gewesen, die sich am lautstärksten gegen die durch den IWF herbeigeführten Sparmaßnahmen zur Wehr gesetzt hatten. Seit 1986 – und noch mehrmals seit damals – sind Studentenproteste mit heftiger Repression beantwortet worden, was zu Hunderten von Toten unter der Zivilbevölkerung geführt hat. Als ein Testament des Erfolgs des Kredits verdiente ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Nigeria in den 70er Jahren 35% mehr als er es 2012 tun wird.
Durch eine direkte Vertretung der westlichen Finanzinstitutionen und des IWF in Nigerias Regierung arbeitend, fordert eine neue IWF-Konditionalität die Schaffung eines Staatsfonds. Olusegun Aganga, ein früherer nigerianischer Finanzminister erläuterte, wie der Staatsfonds vor den nationalen Wahlen des Landes eilig durchgepeitscht und in Kraft gesetzt wurde. Wenn durch Ölexporte und Sparmaßnahmen große Ersparnisse aufgehäuft werden, dann kann man realistischerweise nicht erwarten, dass diese Gelder für die Entwicklung der Infrastruktur verwendet werden, wenn man sich auf die bisherige Erfolgsgeschichte der nigerianischen Regierung bezieht. Vielmehr ist es zunehmend wahrscheinlicher, dass alle Einkünfte eines Staatsfonds den westlichen Institutionen und Märkten zugute kommen werden, welche ursprünglich seine Schaffung forderten. Der nigerianische Philanthrop Bukar Usman schreibt prophetisch: „Ich habe wirklich die Befürchtung, dass uns der Staatsfonds nicht mehr dient, als die anderen vom Ausland empfohlenen „Heilmittel“, die wir in der Vergangenheit zu unserem Nachteil einführen mussten oder die wir heute gezwungen werden einzuführen.“
Die plötzliche gleichzeitige Aufhebung der Treibstoffsubventionen in mehreren westafrikanischen Ländern ist ein klarer Hinweis, wer bezüglich der Geschäfte des postkolonialen Afrikas wirklich das Sagen hat. Das Timing seiner ungedämpften Durchsetzung hätte nicht schlimmer sein können, denn der Präsident Nigerias, Goodluck Jonathan verkündete kürzlich den Notstand, nachdem 40 Menschen durch ein Bombenattentat auf eine Kirche an Weihnachten getötet wurden, eine angeblich durch die islamistische separatistische Gruppe Boko Haram begangene Tat. Die Gruppe befürwortet eine Abtrennung des mehrheitlich moslemischen Nordens von den christlichen südlichen Provinzen – eine ähnliche Zwickmühle wie die kürzliche Aufteilung des Sudans.
Weil das Afrikakommando (AFRICOM) der Vereinigten Staaten anfängt, auf dem Kontinent Fuß zu fassen, wo seine Truppen offiziell in Eritrea und Uganda präsent sind, um die Sicherheit aufrechtzuerhalten und weitere theokratische religiöse Gruppen, wie etwa die Widerstandsarmee des Herrn auszuschalten, ist natürlich die sektiererische Gewalt in Nigeria ein praktischer Vorwand für eine militärische Intervention in dem anhaltenden Krieg um Bodenschätze. Für einen weiteren Einblick in diese Theorie ist es interessant zur Kenntnis zu nehmen, dass das Kriegscollege der Armee der Vereinigten Staaten in Carlisle, Pennsylvania, eine Serie von Kriegsspielszenarios durchführte, und zwar als Vorbereitung für die Expansion von AFRICOM durch das Pentagon unter der Obama-Regierung.
In Gegenwart von Vertretern des US-Außenministeriums, Angestellten der Rand Corporation und israelischen Militärs wurde eine Übung unternommen, um zu testen wie AFRICOM hinsichtlich eines sich auflösenden Nigerias, wenn es sich am Rande eines Kollapses in einem Bürgerkrieg befände, reagieren würde. Das Szenario sieht Rebellengruppen vor, die um die Kontrolle der Ölfelder des Nigerdeltas wetteifern (eine der Hauptquellen für amerikanische Ölimporte), welche eventuell durch etwa 20‘000 US-Soldaten geschützt werden würden, sollte nicht ein den USA freundlich gesinnter Staatsstreich stattfinden. An einer Pressekonferenz der Militärdienstkommission des Parlaments vom 13. März 2008 fing AFRICOM-Kommandeur General William Ward dreist an zu erklären, die Hauptfrage von Amerikas steigenden Abhängigkeit von afrikanischem Öl würde durch AFRICOM vorangetrieben werden, indem es auf der Grundlage des Schauplatzziels „Terrorismusbekämpfung“ operiere.
An einer in Fort McNair am 18. Februar 2008 abgehaltenen AFRICOM-Konferenz erklärte Vizeadmiral Robert T. Moeller offen, der Leitsatz von AFRICOM sei, „den freien Fluss der Bodenschätze von Afrika zu den globalen Märkten“ zu schützen, bevor er Chinas zunehmende Präsenz in der Region als eine Herausforderung der amerikanischen Interessen erwähnte. Nach dem unbefugt in Libyen durchgeführten „Rauben-und-grapschen“-Regimewechsel, was die wirtschaftliche Destabilisierung fördert, sind die Bürgerunruhen und sektiererischen Konflikte in Nigeria letztlich eine handfeste Bemühung, sich Afrikas zweitgrößte Ölreserven zu sichern. Während der Plünderung von Libyen wurden seine Staatsfondskonten im Wert von über 1,2 Milliarden USD eingefroren und hauptsächlich durch die franco-anglo-amerikanischen Machthaber absorbiert. Es ist sicher realistisch anzunehmen, dass ziemlich dasselbe geschehen würde, wenn sich Nigeria den westlichen Interessen fügt. Da Agenten des ausländischen Kapitals seine Regierung bereits infiltriert haben, besteht wenig Zweifel, dass Nigeria eine neue Front des Kriegs gegen den Terror werden wird.
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[Auszeichnungen beigefügt]