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Die Dönmeh: Das heisseste Geheimnis des Nahen Ostens (Teil 2)
By Wayne Madsen
Nov 17, 2015 - 9:13:35 AM

Die Dönmeh:

Das heißeste Geheimnis des Nahen Ostens

(Teil 2)

Wayne Madsen

25. Oktober 2015

Übersetzung Remo Santini

 

Was jene überraschen wird, die bereits überrascht sind über die Verbindung der Dönmeh zur Türkei, das ist die Verbindung der Dönmeh zum Haus von Saud in Saudiarabien.

Ein streng geheimer Bericht des irakischen Mukhabarat (Direktorat des Allgemeinen Militärgeheimdienstes) „Das Auftauchen des Wahhabismus und seine historischen Wurzeln“, datiert vom September 2002 und publiziert am 13. März 2008 vom amerikanischen Verteidigungsgeheimdienst (DIA) in englischer Form, weist auf die Dönmeh-Wurzeln des Gründers der saudisch-islamischen Wahhabi-Sekte, Muhammad ibn Abdul Wahhab, hin. Viele Informationen sind aus den Memoiren eines „Herrn Humfer“ (wie der Name im DIA-Bericht buchstabiert wurde, und als „Herr Hempher“ in der historischen Aufzeichnung) entnommen worden, einem britischen Spion, der den Namen „Mohammad“ benutzte, behauptete ein Azeri zu sein und der Türkisch, Persisch und Arabisch sprach, und der Mitte des 18. Jahrhunderts mit Wahhab Kontakt aufnahm, mit der Absicht eine Sekte des Islams zu schaffen, die schließlich eine arabische Revolte gegen die Ottomanen herbeiführen und so den Weg für die Einführung eines jüdischen Staates in Palästina ebnen würde. Humfers Memoiren werden durch den ottomanischen Autor und Admiral Ayyub Sabri Pascha in seinem Werk von 1888 „Anfang und Ausbreitung des Wahhabismus“ wieder aufgeführt.

In seinem Buch „Die Dönmeh-Juden“ schreibt D. Mustafa Turan, dass Wahhabs Großvater, Tjen Sulayman, eigentlich Tjen Shulman hieß und ein Mitglied der jüdischen Gemeinde von Basra, Irak war. Der Bericht des irakischen Geheimdienstes erklärt auch, dass Rifat Salim Kabar in seinem Buch „Die Dönmeh-Juden und der Ursprung der saudischen Wahhabiten“ enthüllt, dass Shulman sich irgendwann im Hejaz niederließ, in einem Dorf namens al-Ayniyah, das heute saudiarabisch ist, und wo sein Enkel die Wahhabi-Sekte des Islams gründete. Der irakische Geheimdienstbericht gibt an, dass Shulman wegen seiner „Quacksalberei“ aus Damaskus, Kairo und Mekka ausgewiesen wurde. In dem Dorf zeugte Shulman Abdul Wahhab. Abdul Wahhabs Sohn Muhammad gründete den modernen Wahhabismus.

Der irakische Bericht macht ebenfalls einige erstaunliche Behauptungen über die Saud-Familie. Es wird darin ein Buch von Abdul Wahhab Ibrahim Al-Shammari „Die Wahhabi-Bewegung: Wahrheit und Wurzeln“ zitiert, worin erklärt wird, dass König Abdul Aziz Ibn Saud, der erste Monarch des Königreichs Saudiarabien, von Mordechai bin Ibrahim bin Moishe abstammte, einem jüdischen Händler aus Basra. In Nejd schloss sich Moishe dem Stamm der Aniza an und änderte seinen Namen in Markhan bin Ibrahim bin Musa. Schließlich verheiratete Mordechai seinen Sohn Jack Dan, der zu Al-Qarn wurde, mit einer Frau aus dem Stamm der Aniza aus Nejd. Aus dieser Vereinigung ging die zukünftige Saud-Familie hervor.

Das Dokument des irakischen Geheimdienstes enthüllt, dass der Forscher Mohammad Sakher wegen seiner Untersuchung der jüdischen Wurzeln der Sauds das Ziel eines saudischen Mordkontrakts war. In dem Buch „Die Geschichte der Saud-Familie“ von Said Nasir wird behauptet, dass Abdullah bin Ibrahim Al-Muffadal, der saudische Botschafter in Ägypten, 1943 Mohammad Al-Tamani dafür bezahlte, einen Familienbaum zu erstellen, der zeigt, dass die Sauds und Wahhabs eine Familie seien, die direkt vom Propheten Mohammed abstamme.

Zu Beginn des 1. Weltkriegs traf sich ein jüdischer englischer Offizier aus Indien, David Shakespeare, mit Ibn Saud in Riad und leitete später eine saudische Armee, die einen Ibn Saud feindlich gesinnten Stamm besiegte. 1915 traf sich Ibn Saud mit dem britischen Gesandten für die Golfregion, Bracey Cocas. Cocas macht Ibn Saud folgendes Angebot: „Ich denke, dies ist eine Garantie für Ihre Geduld, da es im Interesse Großbritanniens ist, dass die Juden eine Heimat und Existenz haben, und Großbritanniens Interessen sind auf jeden Fall auch in Ihrem Interesse.“ Ibn Saud, der Nachkomme der Dönmeh aus Basra, antwortete: „Ja, wenn meine Anerkennung Ihnen so viel bedeutet, so bestätige ich es tausend Mal, dass den Juden in Palästina oder anderswo eine Heimat eingeräumt werden soll.“

Zwei Jahre später erklärte der britische Außenminister in einem Brief an Baron Walter Rothschild, einem Führer der britischen Zionisten: „Die Regierung seiner Majestät betrachtet die Schaffung einer nationalen Heimat für das jüdische Volk in Palästina mit Gefallen…“ Der Handel hatte die stillschweigende Unterstützung der beiden Hauptspieler in der Region, beide Nachkommen von Dönmeh-Juden, die die zionistische Sache unterstützten, Kemal Atatürk und Ibn Saud. Die heutige Situation im Nahen Osten sollte in diesem Licht gesehen werden, aber die Geschichtsschreibung der Region ist durch gewisse religiöse und politische Interessen aus offensichtlichen Gründen gesäubert worden.

Nach dem 1. Weltkrieg halfen die Briten dem Saud-Regime in den früheren Provinzen Hejaz und Nejd des Ottomanischen Reichs an die Macht zu kommen. Die Saudis etablierten den Wahhabismus als Staatsreligion in dem neuen Königreich Saudiarabien und begannen, wie die kemalistischen Dönmeh in der Türkei, gegen andere islamische Glauben und Sekten vorzugehen, einschließlich gegen die Sunniten und Schiiten. Die Wahhabi-Saudis erreichten das, was die kemalistischen Dönmeh in der Türkei zu vollenden fähig waren: einen zerstückelten Nahen Osten, der reif war für westliche imperialistische Planungen, und sie legten das Fundament für die Schaffung des zionistischen Staates Israel.

Staat im Staat und die Dönmeh

Während zwei Besuchen in der Türkei im Jahr 2010 hatte ich die Gelegenheit, mit führenden Vertretern der Türkei den „Staat im Staat“ der Ergenekon zu diskutieren. Es war mehr als offensichtlich, dass Diskussionen über das Ergenekon-Netzwerk und seine „ausländischen“ Verbindungen ein höchst heikles Thema sind. Es hat jedoch ein hochrangiger Beamter im Außenministerium geflüstert, dass es in den umliegenden Ländern noch mehr „Staaten im Staat“ gäbe, und Ägypten, Saudiarabien, Jordanien und Syrien wurden namentlich genannt. Betrachtet man die Verbindungen zwischen Ergenekon und den Dönmeh in der Türkei und den engen geheimdienstlichen und militärischen Beziehungen zwischen den Dönmeh-Abkömmlingen der Saudis und den Wahhabiten in Saudiarabien, so könnten die Berichte über enge Beziehungen zwischen dem gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und seinem Geheimdienstchef Omar Suleiman und der Regierung von Benjamin Netanyahu in einem völlig neuen Licht gesehen werden… Und es würde Erdoğans Unterstützung der ägyptische Revolution erklären: in der Türkei war es eine demokratische Revolution, die den Einfluss der Dönmeh drosselte. Der Einfluss der wahhabitischen Salafisten in der neuen libyschen Regierung erklärt ebenfalls, warum Erdoğan scharf darauf war, mit den Rebellen aus Bengasi Kontakt aufzunehmen, um zu helfen, den Einfluss der Wahhabiten, der natürlichen Alliierten seiner Feinde, der Dönmeh (Ergenekon) in der Türkei, zu verdrängen.

Erdoğans Wunsch, die historischen Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, indem die durch die Kemalisten und die Dönmeh gesäuberte Geschichte wieder hergestellt wird, hat ihm ätzende Kommentare seitens der israelischen Regierung beschert: dass er ein Neo-Ottomane sei, der beabsichtige, mit der Moslembruderschaft in den arabischen Ländern eine Allianz zu bilden. Es ist ganz klar, dass sich die Dönmeh und ihre zionistischen Brüder in Israel und anderswo vor einem Revisionismus der Geschichte der Dönmeh und der Zionisten fürchten, einschließlich ihrer Rolle beim armenischen und assyrischen Genozid und dass ihr Bestreiten dieses Genozids aufgedeckt wird.

In Ägypten, das einst ein ottomanisches Gebiet war, war es eine Volksrevolution, die das wegwarf, was bezüglich der Mubarak-Regierung sonst den Dönmeh zugutegekommen wäre. Der ägyptische „Arabische Frühling“ erklärt auch, warum die Israelis so schnell dabei waren, sechs ägyptische Grenzpolizisten zu töten, kurz nachdem neun türkische Passagiere an Bord der Mavi Marmara von israelischen Soldaten ermordet worden waren, einige davon im Stile einer Exekution. Die Dönmeh-Doktrin ist voll von Hinweisen auf die alttestamentlichen Amalekiter, ein Nomadenstamm, die zu überfallen den Hebräern aus Ägypten von dem jüdischen Gott befohlen wurde, um im südlichen Teil von Palästina Raum zu schaffen für Moses‘ Anhänger. Im Buch der Richter befiehlt Gott Saul erfolglos: „Nun geh und greife die Amalekiter an und gebe alles, was sie haben der Zerstörung anheim. Verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau und Kind, Ochse und Schaf, Kamel und Esel.“ Die Dönmeh, deren Doktrin sich auch bei den chassidischen und anderen orthodoxen Sekten des Judaismus findet, scheinen kein Problem damit zu haben, die Amalekiter durch Armenier, Assyrer, Türken, Kurden, Ägypter, Iraker, Libanesen, Iraner und Palästinenser zu ersetzen, wenn sie ihre militärischen Überfälle und Pogrome durchführen.

Mit den reformistischen Regierungen in der Türkei und in Ägypten, die weit mehr geneigt sind, den Hintergrund jener zu erforschen, welche die islamische Welt gespalten haben – Atatürk in der Türkei und Mubarak in Ägypten – sind sich die Saudis wahrscheinlich sehr genau bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ihre Verbindungen mit Israel, moderne und historische, voll bloßgestellt werden. Es macht Sinn, dass die Saudis Erfolg gehabt darin haben, ein dubioses Komplott einzufädeln, in das Agenten der iranischen Regierung verwickelt waren, die versuchten, den saudischen Botschafter in Washington in einem ungenannten Washingtoner Restaurant zu töten. Der irakische Geheimdienstbericht hätte sich auf die Zionisten und Dönmeh beziehen können, als er feststellte: „… sie trachten nach… (dem) Töten von Moslems, Zerstörung und dem Fördern von Unruhen“. Tatsächlich bezog sich der irakische Geheimdienstreport auf die Wahhabiten.

Die neue Freiheit in der Türkei und in Ägypten ihre jeweilige Vergangenheit zu untersuchen, ist ein Grund mehr für Israel und seine Anhänger wie auch für die Saudis die wahre Geschichte des Ottomanischen Reiches, der säkularen Türkei, den Ursprung Israels und des Hauses von Saud verschwinden zu lassen. Mit verschiedenen Spielern, die nun auf einen Krieg mit dem Iran aus sind, wird die wahre Geschichte der Dönmeh und ihr Einfluss in der Vergangenheit und auf heutige Vorkommnisse im Nahen Osten immer wichtiger.

http://abundanthope.net/pages/Political_Information_43/The-D-nmeh-The-Middle-East-s-Most-Whispered-Secret-Part-II.shtml

http://www.strategic-culture.org/news/2011/10/26/the-doenmeh-the-middle-easts-most-whispered-secret-part-ii.html


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