Erschienen bei AH am 9.7.2012
Dämonisierung der Moslems –
die weltweite Hexenjagd Amerikas
Sherwood Ross
6. Juli 2012, Global Research
Übersetzung Remo Santini
Die USA haben eine Hexenjagd gestartet, die „an die spanische Inquisition erinnert“, um Moslems zu „dämonisieren“. „Obwohl Präsident Obama die Religionsfreiheit hochzuhalten scheint, enthält die inquisitorische Sozialordnung der USA gegen Moslems gerichtete Modelle von Diskrimination, Voreingenommenheit und Xenophobie“, schreibt Professor Michel Chossudovsky des Forschungszentrums über die Globalisation, Montreal.
„Ethnische Profilierung wirkt sich auf das Reisen aus, den Arbeitsmarkt, den Zugang zu Bildung und Sozialdiensten, und ganz allgemein auf den sozialen Status und die Mobilität aus“, schreibt er in seinem neuen Buch „Towards a World War III Scenario: The Dangers of Nuclear War“ (In Richtung eines Dritter-Weltkrieg-Szenarios: Die Gefahren eines Atomkriegs), Global Research.
„Was sich nun entfaltet ist ein verallgemeinerter Dämonisierungsprozess einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Die Moslems werden … als eine potentielle Gefahr für die nationale Sicherheit betrachtet. Es wird gesagt, die Gefahr sei ‚zu Hause viel näher‘, ‚innerhalb Ihrer Nachbarschaft‘. Mit anderen Worten, was sich entfaltet ist eine umfassende, an die spanische Inquisition erinnernde Hexenjagd“, schreibt Chossudovsky.
„Die Verhaftungen, Prozesse und Urteile hinsichtlich von so genannten ‚hausgemachten Terroristen‘ (aus der amerikanischen Moslemgemeinde stammend) für erfundene Anklagen halten die Legitimität des Heimatland-Sicherheitsstaates (Homeland Security State) und seines inquisitorischen gerichtlichen und Strafverfolgungsapparates aufrecht“, erklärt er. Chossudovsky schreibt:
„Das Ziel ist es, die Illusion aufrechtzuerhalten, dass Amerika unter Attacke stehe und dass die im Land lebenden Moslems sich des ‚islamischen Terrorismus‘ schuldig machen und ihn unterstützen. Die Dämonisierung von Moslems stützt eine globale Militäragenda. Unter der amerikanischen Inquisition hat Washington ein selbst proklamiertes heiliges Mandat, den Islam auszurotten und überall auf der Welt ‚Demokratie zu verbreiten‘.“
Chossudovsky erklärt, „der ‚globale Krieg gegen den Terror (Global War on Terror [GWOT]) verlangt, den als Terroristen Wahrgenommenen mit modernen Waffensystemen zu begegnen. Es wird ein präventiver, religionsähnlicher Kreuzzug gegen das Böse hochgehalten, was dazu dient, die wahren Ziele von militärischen Aktionen zu verbergen… Die letztendlichen Ziele hinter diesem Krieg, welche nie in Presseberichten erwähnt werden, sind Eroberung von Territorien und die Kontrolle über strategische Bodenschätze.“
„Unterstützt durch die westlichen Medien, hat sich eine allgemeine, gegen die Moslems gerichtete Atmosphäre von Rassismus und Xenophobie aufgebaut, besonders in den USA und Westeuropa, was der amerikanischen Kriegsagenda eine gefälschte Legitimität liefert“, verfechtet Chossudovsky. „Die letztere wird als ‚gerechter Krieg‘ dargestellt. Die ‚Gerechter-Krieg-Theorie‘ dient als Tarnschleier für die amerikanischen Kriegspläne, während sie den Invasoren ein humanes Gesicht liefert.“
Nächstes Ziel: Iran
Die Zielsetzung von GWOT, schreibt Chossudovsky, „ist es, Angst einzuflößen, die Bürger aufzuscheuchen und sich ihre entschlossene Unterstützung für die nächste Etappe von Amerikas ‚langem Krieg‘ nutzbar zu machen. Diese besteht darin, ‚humanitäre‘ Luftangriffe gegen die Islamische Republik von Iran zu führen, die von den Medien als die Terroristen billigend dargestellt wird… Alle Terrorangriffe (ob geplant oder durchgeführt) werden von den Medien als von Moslems begangen berichtet.“
„Moslems werden dämonisiert, beiläufig mit ‚islamischen Terroristen‘ gleichgestellt, und werden auch als eine nukleare Bedrohung darstellend beschrieben“, schreibt Chossudovsky. „Sinngemäß werden die Terroristen (angeblich) vom Iran unterstützt, einer islamischen Republik, die die ‚zivilisierte‘ Welt mit tödlichen Atomwaffen bedroht (welche sie nicht besitzt). Im Gegensatz dazu werden Amerikas ‚humanitäre‘ Atomwaffen ‚präzis, sicher und zuverlässig sein‘.“
„Zusätzlich zu dem Prozess von inquisitorischen Verhaftungen und Strafverfolgungen ist ein vom Weißen Haus sanktioniertes zweckdienliches, außergerichtliches Ermordungsprogramm gestartet worden. Dieses Programm, welches die spanische Inquisition in den Schattenstellt, erlaubt es den amerikanischen Spezialeinheiten, Bürger und vermutete hausgemachte Terroristen zu ermorden“, schreibt er.
„Realitäten werden verdreht und durcheinander gemischt, und Iran wird beschuldigt, den 3. Weltkrieg anfangen zu wollen. Es ist der US-Militärdoktrin innewohnend, dass die Opfer eines Krieges oft als der Aggressor verkündet werden.“
Diese globale Tötungsmaschine wird durch „einen eingebauten Kult des Tötens und der Zerstörung gestützt, welcher die Hollywoodfilme durchdringt, geschweige denn die Kriegs- und Kriminalfilm-TV-Serien zur Hauptsendezeit am Kabelfernsehen. Dieser Kult des Tötens wird von der CIA und dem Pentagon befürwortet, die auch Hollywoodproduktionen unterstützen (finanziell), als Instrument der Kriegspropaganda“, fügt Chossudovsky bei.
Das Pentagon hat eine gewaltige Propagandakampagne entfesselt, mit der Absicht, den Einsatz von Atomwaffen für die ‚Verteidigung des amerikanischen Heimatlandes‘ schmackhaft zu machen“, glaubt Chossudovsky. Er sagt, es „ist eine äußerst verdrehte Logik“, dass Atomwaffen als Mittel zum Aufbau von Frieden und zur Vermeidung von Kollateralschäden präsentiert werden.
„Das Pentagon hat in dieser Hinsicht zu verstehen gegeben, dass die ‚Mini-Nukes‘ (mit einer Leistung von weniger als 5000 Tonnen) für Zivilisten harmlos seien, weil die Explosionen im Untergrund stattfinden“, schreibt er. „Nun stellt aber jedes dieser ‚Mini-Nukes‘ nichtsdestotrotz – was die Explosion und den potentiellen Fallout betrifft – einen Drittel bis sechs Mal die Kraft der Atombombe dar, die 1945 auf Hiroshima geworfen wurde.“
Indem er dies „die amerikanische Inquisition“ nennt, schreibt er: „Ein Religionskrieg entfaltet sich, mit der Absicht, einen globalen militärischen Kreuzzug zu rechtfertigen. Im tiefen Bewusstsein manches Amerikaners ist der ‚heilige Kreuzzug‘ gegen Moslems gerechtfertigt.“
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[Auszeichnungen beigefügt]